Vollsperrung der Neckarbrücke für Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar

Nach der Vollsperrung der Neckarbrücke in Besigheim fordert der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling eine deutliche Beschleunigung des Ersatzneubaus. Als Übergangslösung soll unverzüglich geprüft werden, ob die Brücke zumindest für Autos als Einbahnstraße geöffnet werden kann.

Von der Vollsperrung sind insbesondere die Anwohner im Neusatz, Pendler, der Busverkehr sowie Schülerinnen und Schüler betroffen. „Die aktuelle Situation ist für die Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar. Die Vollsperrung führt zu erheblichen Einschnitten im Alltag. Das führt zu Umwegen, zusätzlichen Belastungen in den Nachbarorten und großen Problemen im öffentlichen Nahverkehr. Planung und Bau des Ersatzneubaus müssen deshalb jetzt mit höchster Priorität vorangetrieben werden“, erklärt Fabian Gramling.

Parallel dazu müsse eine tragfähige Übergangslösung gefunden werden: „Die notwendigen Untersuchungen der Brücke müssen selbstverständlich sorgfältig erfolgen. Gleichzeitig muss unverzüglich geprüft werden, ob zumindest für Autos eine Einbahnregelung möglich ist – gegebenenfalls verbunden mit einer Gewichtsbeschränkung. Sofern dies statisch verantwortbar ist, sollte eine solche Lösung während der Planungs- und Bauvorbereitung eingerichtet werden. Eine jahrelange Vollsperrung darf nicht einfach hingenommen werden.“

Bereits am 11. Mai hatte Gramling die Regierungspräsidentin schriftlich auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen. Darin forderte er unter anderem eine beschleunigte Planung des Ersatzneubaus, schnellere Bau- und Vergabeverfahren, verkehrslenkende Maßnahmen, einen regelmäßigen Runden Tisch sowie die Prüfung von Interims- und Alternativlösungen. Zugleich warnte er ausdrücklich vor einer ungeplanten Vollsperrung ohne vorbereitetes Verkehrs- und Notfallkonzept.

Mitte Juni teilte das Regierungspräsidium mit, dass sich die Vorplanung in der Schlussphase befinde. Die drei Teilbauwerke sollten gebündelt geplant und verschiedene Bauweisen mit einem hohen Vorfertigungsgrad geprüft werden. Planung, Vergabe und Bau sollten so schnell wie möglich erfolgen. Die jüngsten Schäden und die inzwischen eingetretene Vollsperrung haben diese Planungen nach Ansicht Gramlings jedoch bereits wieder überholt. „Ein möglicher Baubeginn erst im Jahr 2030 ist angesichts der aktuellen Lage nicht mehr vermittelbar. Die Brücke muss jetzt ganz nach oben auf die Prioritätenliste“, betont Gramling.

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, ist seit Jahren bekannt. Bereits 2019 hatte Fabian Gramling als Landtagsabgeordneter mit einer Kleinen Anfrage den Zustand der Wehr- und Kanalbrücke sowie den Stand der Neubauplanungen thematisiert. Die damalige Landesregierung bestätigte erhebliche Bauwerksschäden: Bei der Wehrbrücke sei ein Ersatzneubau des Überbaus notwendig, bei der Kanalbrücke müssten sowohl der Überbau als auch die Unterbauten ersetzt werden.

„Sieben Jahre später stehen wir vor einer Vollsperrung. Das zeigt, dass wir bei der Erneuerung unserer Infrastruktur nicht im bisherigen Tempo weitermachen können“, so Fabian Gramling. Mit dem vom Bundestag beschlossenen Infrastruktur-Zukunftsgesetz habe der Bund die Voraussetzungen geschaffen, Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich deutlich zu beschleunigen. „Diese neue Beschleunigungslogik muss auch in Besigheim ankommen. Das Land und die beteiligten Behörden müssen alle verfügbaren Instrumente nutzen, Verfahren bündeln und verbindliche Zeitpläne vorlegen.“

Gramling kündigt an, sich erneut an das Regierungspräsidium Stuttgart zu wenden. Dabei werde er auf einen konkreten Beschleunigungsfahrplan, die sofortige Prüfung einer Einbahnregelung sowie eine enge und transparente Abstimmung mit den betroffenen Kommunen drängen.

„Es darf jetzt zu keinen weiteren vermeidbaren Verzögerungen kommen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass entschlossen gehandelt wird.“

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